Sonntag, 23. Juni 2013

Endspurt


Bald ist es so weit. noch gut einen Monat, dann nenne ich Neuseeland mein vorübergehendes Zuhause, doch wie es so schön heißt: "Zuhause ist, wo dein Herz ist" und meines wird auf jeden Fall hier bei meiner Familie und bei meinen Freunden bleiben!
Nichtsdestotrotz hoffe ich natürlich, dass ich mich auch in NZ pudelwohl fühlen werde, denn jetzt gibt es kein Zurück mehr.
Ich habe mein Visum vor ein, zwei Wochen bekommen, sodass ich mir darüber keine Sorgen mehr machen muss und den Rest hatte ich ja schon.
Was jetzt folgt, ist meine Vorbereitung. Am 3. Juli mache ich mich auf nach Witzenhausen um dort mit den anderen Volunteers ein Seminar bis zum 8ten zu besuchen. Das erste von Zweien. Das andere folgt vom 15. bis zum 26. Juli und dann...  nun ja, dann "ab da für".
Ich bin unglaublich aufgeregt, traurig, freudig erregt, niedergeschlagen: also, eigentlich alles auf einmal. Ich weiß nicht  genau, wie ich mit meinen Gefühlen umgehen soll, denn sie veranstalten in meinem Kopf so eine verrückte Teeparty, dass ich einfach nicht mehr mitkomme. Und das ist vielleicht gar nicht mal so schlecht, so besteht nicht die Gefahr, dass ich mich in diese verrückte Teegesellschaft (Link angucken ::) )einreihen muss.

Es ist ein merkwürdiges Gefühl zu wissen, dass man ein Jahr lang nicht an dem Ort sein wird, den man fast 20 Jahr lang sein Zuhause genannt hat und natürlich noch immer nennt. Die Schulzeit und meine Freunde haben mir so viel Sicherheit gegeben und ich wusste immer, wo ich hingehöre. Das ist ein Geschenk, dessen Wert ich erst jetzt, wo ich alles hinter mir habe, richtig zu schätzen gelernt habe.
Zwar habe ich meine Freundschaften nie als selbstverständlich angesehen, aber dennoch habe ich nie auch nur einen Gedanken daran verschwendet, dass wir uns mal trennen. Jeden Tag aufs Neue haben wir uns gesehen und uns die Unterrichtsstunden lohnenswert gemacht und jetzt plötzlich gehen wir alle auseinander und manche sehe ich vielleicht nie wieder. Eine schreckliche Vorstellung, der ich mich nicht hingeben möchte und dennoch kommt dieser schmerzliche Gedanke, dass es passieren könnte immer wieder in mein Bewusstsein und trübt meine Stimmung ein wenig.
Ich kann ohne Scham sagen, dass ich Angst davor habe. Es ist keine Angst vor der Zukunft, sondern eine Furcht vor der Wahrheit.
Wie stark sind unsere Freundschaften wirklich? Wie viel bedeuten sie uns? Wie viel bedeutet sie dem anderen?
Ich glaube es ist nur natürlich, dass wir uns fürchten. Auch wenn der Verstand sagt, dass niemand unter dem Bett ist, so ist dort ein Teil in uns, der möchte, dass wir nachgucken und uns nicht auf dieses sichere Gefühl verlassen. Deshalb bleibt uns nur eine Wahl: Wir müssen das geben, was uns unsere Wünsche wert sind und können dann erkennen wer obsiegen wird.
Nur so können wir die Wahrheit sehen. Zerbricht etwas, so wurde nicht genug Acht gegeben, glänzt hingegen etwas, so war es der Mühe mehr als nur wert.

Ich bin gespannt, was die folgenden Monate bringen werden und ich bin gespannt auf die Veränderungen.


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