Sonntag, 2. März 2014

Meine große Sommerreise - Letzter Teil

Die Ferien scheinen schon Ewigkeiten zurückzuliegen Auch wenn das nicht wahr ist, möchte ich mit diesem Eintrag zum Ende kommen. Ich werde danach nicht alles erzählt haben und die eine oder andere Pointe wird unter den Tisch fallen, aber ich muss auch noch etwas zu erzählen haben, wenn ich wiederkomme. Ein gutes Buch liest man mehr als einmal oder einen Film guckt man zig mal, wenn man ihn liebt, aber noch bin ich nicht so alt, dass ich die selbe Geschichte immer und immer wieder erzählen möchte. Deshalb behalte ich lieber etwas mehr für mich, das ich euch dann ganz neu präsentieren kann, wenn ich euch wiedersehe.


Zu letzt habe ich mir vier Punkte ausgesucht, über die ich etwas loswerden möchte. Damit ihr die Orte einfach findet habe ich sie in verschiedenen Farben eingekreist. Da beginne ich also mit Blau. Die Stadt heißt Rotorua und sie stinkt! Das klingt merkwürdig und ein bisschen flach, aber ich kann es nicht anders sagen. Der Geruch von verfaulten Eiern verfolgt einen überall hin, ob man eingepfercht im Auto sitzt, einen Spaziergang durch den Park macht oder in einem Café ein gutes Stück Kuchen isst. Schwefelgestank everywhere.
Neuseeland ist in gewisser Weise auf einer natürlichen Bombe gegründet worden. Überall sind Vulkane, die vor sich hinschlummern und von denen man hofft, dass sie niemals ausbrechen. Durch diese Vulkane gibt es an vielen Orten sogenannte "Geothermal Areas". Das sind Gebiete in denen Wärme aus dem tiefsten Inneren der Erde nach oben an die Erdoberfläche kommt und so Seen, Flüsse oder Sümpfe auf sehr natürliche Weise aufheizt (Das ist alles zu simpel erklärt, aber zum einen reicht es um zu verstehen was ich meine, zum anderen habe ich einfach nicht genug Ahnung um es nur ansatzweise richtig zu erklären). So passiert es, dass man sich in manche Flüsse setzen kann um sich aufzuwärmen. Man hat eine natürliche Badewanne mitten im Wald -  Wenn auch ohne den Säuberungsfaktor.
Was ungünstiger Weise mit diesem Spaß und Entspannungsfaktor verbunden ist, ist der Gestank. Man hat sogar den Eindruck man selbst rieche nach Schwefel, wenn man aus dem Wasser kommt.











                




Das alles sieht ekelig aus, aber es kann auch seine schönen Seiten haben, aber für die schönen Seiten muss man Geld ausgeben, deshalb habe ich sie nicht gesehen. Nun ja, schlecht riechen tun sie so oder so.

Weiter geht es zum roten Kreis. Die Ecke nennt sich Coromadel und dort ist etwas anzufinden, was jeder sehen möchte -  Die Cathedral Coves. Hinter diesem Namen verbirgt sich ein Strand mit einem großen Felsen. Das klingt nicht so spektakulär und wenn man sich den Rest von Neuseeland anguckt ist es auch nicht zu besonders. Der Grund dafür, dass jeder dort hin möchte, ist dass es der Drehort von einigen Spielfilmen ist. Darunter zum Beispiel auch Narnia.  



Es sieht nett aus, das Wasser war eisig, durchsetzt mit hunderten Qualleneiern und der Weg dorthin war anstrengend. Auf Grund des großen Andrangs mussten wir von gaaaaaaanz unten nach gaaaaaaaanz oben laufen um dann wieder gaaaaaanz runter zum Strand zu gelangen. Auf halber Strecke merkte ich, dass ich meine Kamera vergessen hatte, also ging es wieder runter und dann wieder rauf. Und das bei mindestens 25°C!
Da Franky der Meinung war, dass er keine Schuhe bräuchte und damit so ziemlich falsch lag, wechselten wir uns mit meinen Jandels ab. Auf dem Weg runter zum Strand konnte man sich noch einigermaßen zusammenreißen um nicht ununterbrochen zu jammern. Wegen der vielen Steine, die sich darum rissen sich in unsere Fußsohlen zu bohren, war das Laufen alles andere als angenehm. 
Der Rückweg hatte aber noch eine heimtückischere Überraschung parat -Den heiße Asphalt. Vom Nagelbrett kam ich auf die glühendem Kohlen und noch Stunden später waren meine Füße taub und ich hatte das Gefühl, dass sich bis zum nächsten Tag die größten Brandblasen bilden würden, die die Welt je gesehen hatte.
Und die Moral von der Geschicht: Verleihe deine Jandals nicht! Wenn der Ginger (Den ihr vorne rechts auf dem untersten Bild seht) keine Schuhe mitnehmen möchte, habt kein Mitleid und fühlt euch freundschaftlich nicht Verpflichtet ihm eure Schuhe anzubieten. 

Weiter geht es mit orange und der Bay of Islands (Bucht der Inseln).
Dort waren wir auf einem Campingplatz, welcher direkt am Meer lag. Eine Minute laufen und wir konnten ins kühle Nass springen. So lagen wir also nach einem schönen Bad im Pazifik am Strand, als plötzlich alle Kinder aus dem Wasser stürmten und sich die Eltern Richtung Wasser bewegten um ihre Kinder zu empfangen um dann neugierig in die Wellen zu schauen. Neugierig versuchten wir aufzuschnappen, was dort passierte, als das Wort "Shark" auf deutsch "Hai" zu uns herüber drang. Wie jeder andere bewegten auch wir uns nun auf das Meer zu und suchten mit unseren Augen nach der berüchtigten Rückenflosse, die immer aus dem Wasser ragt, wenn ein Hai in der Nähe ist. 
Dann plötzlich zeigte ein Vater mit seiner Hand in eine Richtung und wir sahen zwar keine Rückenflosse, aber den Schatten eines Haies, der gut anderthalb bis zwei Meter lang war. Der Gedanke, dass man nur wenige Minuten zuvor in der Nähe dieses Tieres gewesen war, ließ es in mir ein wenig kalt den Rücken runterlaufen und anders, als die hart gesottenen Neuseeländer, hatte ich mich an diesem Tag dann von der schönen Erfrischung ferngehalten und anstatt Salzwasser auf der Haut gab es dann Trinkwasser in der Flasche als Abkühlung.



Kommen wir nun zur Farbe lila. Die Spitze Neuseelands ist eines DER Ziele die man erreichen muss, wenn man hierher kommt. Wieso? Nun ja, weil es nun einmal die Spitze ist. Man muss ganz oben und ganz unten hin, das macht man doch überall so. Das ist wie die Reise nach Mekka, einmal im Leben muss man oben und unten sein. Das lässt sich auf fast alle Bereiche im Leben anwenden. Im Beruf, im Bett, in der Bundesrepublik, überall hat man den Drang einmal oben (auf) und einmal unten (drunter) zu sein. Was dazwischen ist, interessiert nicht so sehr. Es kann dort sehr nett sein, aber man spricht nicht drüber, denn ach oh weh, wenn es einem dort besser gefällt als dort wo der Reiseführer sagt, dass es der schönste Ort ist?!

Nun ja, ich war ganz oben und ich muss sagen, dass es wirklich sehr schön war. Zur Abwechslung sah der Leuchtturm etwas anders aus als andere, geleuchtet hat er dennoch genauso wenig wie der Rest von seiner Sippe.
Faszinierend war jedoch zu sehen, wo sich das Tasmanische Meer und der Pazifische Ozean treffen. Dort schäumte es ein wenig unheimlich und man wundert sich nicht, wie Mythen der Maoris über diesen Ort entstanden sind.
Der Glaube der Maoris ist bzw. war es, dass die Seelen der Toten zum Cape Reinga reisen um dort in die Unterwelt (Reinga) zu gelangen, in dem sie die Wurzel des Pohutukawa Baumes hinunterrutschen, hinein in die darunterliegende See.
Unter Wasser reisen die Seelen weiter zur "Three Kings Island" (dt. "Drei Königs Insel") wo sie auf den höchsten Punkt namens "Ohaua" steigen um sich dort ein letztes Mal umzublicken, bevor sie in das Land ihrer Vorfahren zurückkehren, Hawaii-A-Nui.

Den Sonnenuntergang, der am Cape Programm ist, wurde leider durch eine unnötige Wolkendecke größtenteils verborgen, aber schön anzusehen war es trotzdem!




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